Dafür werden Sie (nix) bezahlen!

Liebe Leser von Herrn Strohms Uhrenblog,

ich richte mich heute mal ganz gezielt an Sie, die Sie seit kurz oder lang mehr oder weniger treue Leser meines Uhrenblogs sind. Auslöser ist mein letzter Beitrag („So was wie Sie, Herr Strohm, mach ich auch mal… so nebenbei…“) und die interessanten Diskussionen, die ich anschließend mit vielen Lesern geführt habe.
Es hat mich wirklich erstaunt und berührt, wie viele von Ihnen sich Gedanken über die Monetarisierung meines Blogs machen. Da war von Werbung schalten, doch teuer bezahlen lassen, bis hin zu kostenpflichtigem Lesen die Rede.

Nun wissen wir ja alle, es wird viel geredet, wenn der Tag und der Blogbeitrag lang ist. Ein nett gemeintes „Ich würde glatt was dafür bezahlen“ ist noch lange keine Bankeinzugsermächtigung. Und erst müsse ja geklärt werden, wieviel und wofür.
Na dann klären wir das doch einmal. Um Vergleichszahlen zu haben, schauen wir uns mal an, welche Medien, Events und Leistung im Umfeld unserer gemeinsamen Passion kostenpflichtig sind:

Messen: Hier nehme ich nur zwei Beispiele heraus: Die Baselworld, die sich nicht nur bei den Ausstellern, sondern auch im Ticketpreis minimiert hat, von bisher 60,- auf jetzt 45,- Euro für einen Tag nicht in den Rolex-Stand reinkommen.
Die Munichtime mit rund 40 Ausstellern ist nicht nur familiärer, sondern auch kostenlos.

Dienstleistungen: Wer als Uhrensammler auch einmal Bares für Rares möchte, also seriöse Plattformen zum Verkauf nutzt, der zahlt bei chrono24 satte 6,5% Provision, max. 299,- Euro. Ebay möchte 10% und max.199,- Euro.

Zeitschriften: Drei Uhrenmagazine sind auf dem deutschen Markt erhältlich, alle zwei Monate, am Kiosk oder im Abo. Im Abo kosten die Magazine alle rund 75,- Euro im Jahr, also etwas über 6,- Euro im Monat.

Literatur: Dass Bücher von Natur aus nicht kostenlos und in Deutschland auch noch an die Buchpreisbindung gekoppelt sind, muss ich nicht erklären. Lassen wir die immer wieder neu gemischten Bücherkisten-Massenproduktionen à la „Die schönsten Titanuhren für linkstragende Veganer“ außen vor, dann beginnt eine seriöse und gebundene Publikation bei 20,- bis 25,- Euro, kann aber bei Mondani auch mal ein paar Hunderter kosten.
Mein Ratgeber „Armbanduhren sammeln“ kostet gebunden 29,90 Euro und wurde ausschließlich im Eigenverlag und ohne Buchhandel bisher rund 1.500 mal bestellt. Als PDF-Version werden dafür 19,90 und in der Essenz-Ausgabe „Armbanduhren kaufen“ 9,90 Euro bezahlt.

Für guten Lesestoff sind Kunden also durchaus bereit, gutes Geld auf das Konto des Autoren einzubezahlen. Warum nicht bei einem Online-Magazin? Nun werden Sie vielleicht rufen „Aber alle anderen Online-Magazine sind doch auch kostenlos“. Richtig, Sie finanzieren sich entweder als Online-Ableger eines Printmagazins, oder üblicherweise durch klassische Werbung oder bezahlte Kooperationen. Und außerdem: Seit wann ist Herr Strohm wie andere Kinder?
Außen vorlassen möchte ich die unzähligen Foren, die (mit wenigen Ausnahmen) kein redaktionelles Magazin darstellen, sondern die oft unkontrollierte Ansammlung mehr oder weniger fachlicher Meinungen von privaten Nutzern und selbsternannten Experten.

Genug der Beispiele, nun die Fragen des Tages.

Um sie nicht allzu hypothetisch zu formulieren, beziehe ich mich ganz konkret auf diesen Blog „Herr Strohms Uhrsachen“, den Sie gerade lesen. Eckpunkte, auch zukünftig:

  • 4-6 eigene Artikel mit journalistischem Anspruch und eigenem Bildmaterial im Monat
  • Inhaltlich ohne redaktionelle Kooperationen mit Herstellern oder Partnern
  • Wenn, dann deutlich gekennzeichnete Werbung

Wenn Sie zum ersten Mal hierher gefunden haben, dann lesen Sie sich schnell die ersten 230 Beiträge des Blogs durch, bevor Sie antworten. Wir warten solange auf Sie…

Ich bitte Sie, genauso realistisch zu antworten, das „Ich würde…“ sollte jederzeit als „Ich werde…!“ gemeint sein. Wer hier antwortet, der sollte auch zu seinem Wort stehen. Jetzt habe ich Sie aber erschreckt. Keine Sorge, ich habe – völlig unabhängig von Ihren Antworten – mittel- und langfristig nicht vor, den Blog kostenpflichtig anzubieten. Wir kennen uns ja – ich frag halt gerne nach.

Unter allen die abstimmen UND einen Kommentar im unteren Feld hinterlassen, verlose ich dreimal mein Buch „Uhrsachen“ im Wert von je 39,90 Euro.

 

Die nächste Frage ist natürlich nur für die Bezahler relevant:

 

Möglich wäre auch ein freiwilliges Dankeschön, wenn Sie einen bestimmten Artikel für besonders wertvoll erachten, wie z.B. meine Beiträge über Uhrenversicherungen, Bandwechsel-Tutorial oder Versandmöglichkeiten. Ein kleiner Paypal-Link unter besonderen Artikeln (nicht unter allen) würde das ermöglichen.

Ich bedanke mich ganz herzlich für’s Mitmachen. Sie haben geholfen, mich und sich selbst wieder ein wenig schlauer zu machen.

29 Comments

  1. Kevin Kraßnitzer sagt:

    Die interessanten Uhrenbilder – mit meist ausgefallenen Armbändern – inspirieren mich dazu, immer mal wiedern die Bänder meiner Uhren zu tauschen. Die Artikel sind informativ und oft humoristisch geschrieben – einen Spenden-Button würde ich wohl gelegentlich betätigen, wenn einer da wäre….

  2. Kim sagt:

    Ich denke, gute Content gehört im Zweifel auch bezahlt. Ich zahle für Musik- und Videostreamingdienste, für ePaper und für einige Podcasts, warum also nicht auch für einen Blog. Wenn der Inhalt es wert ist.

  3. Tobias Rottenbach sagt:

    Ich habe ein paar Uhrenbücher und auch Einzelhefte eines Uhrenmagazins, weil ich einfach auch mal Dinge nicht von einem Bildschirm lesen möchte. Für YouTube-Videos würde ich nichts bezahlen, für fachkundige Artikel eventuell. Außerdem bin ich Schwabe. 😉

  4. Gerrit sagt:

    Mahlzeit Herr Strohm,

    ich bin einer der bösen Informationsgeier … 🙂

    Ja, WENN es einen Beiitrag geben würde, der mich mehr als nur unterhalten würde, könnte ich mir vorstellen, dass ich dafür einen Betrag zu zahlen bereit wäre. Wobei das auf die Quaöität der BEiträge ankommt.

    Natürlich sind alle Ihre Inhalte absolut lesenswert und wirklich sehr unterhaltsam. Allerdings würde ich wirklich für einen „nur“ unterhaltsamen Beitrag dann nicht bezahlen.

    OKay, dann kaufe ich eben eine Uhr: das untzerstützt durch Querfinanzierung auch den Blog. Jetzt muss nur noch die richtige Uhr kommen. Nächstes Problem: die war bisher nie dabei. Sehr viele tolle Uhren, sehr viele die mich auch reizen – aber zum Glück habe ich eine „Aufpasserin“, dass ich nicht Uhren erwerbe, die am Ende nicht zu mir passen. Dann sind wir wieder bei der noch nicht passenden Uhr. Aber die kann morgen schon dabei sein.

    Dann wären wir wieder am Anfang: welcher Beitrag würde mich WIRKLICH soweit interessieren, dass er mir ein mehr an Informationen bietet. Muss eben in mein Sammelspektrum passen. Dann, ja dann WERDE ich auch mal einen Spendenlink drücken. 🙂

    VG

    Gerrit

  5. Aksel Oegel sagt:

    Moin Herr Strohm,

    für guten Inhalt wie den ihren bin ich gerne bereit zu zahlen.

    Beste Grüße aus Hannover
    Aksel

  6. Heinz-Jürgen B. sagt:

    Mein lieber Herr Strohm, jetzt habe ich Sie schon von einer Uhr befreit, Ihr Buch gekauft und viele andere Uhrenverrückte auf Ihre Seite(n) gezogen, und jetzt wollen Sie mir noch mehr meines sauer verdienten Geldes aus der Tasche ziehen? Unverschämtheit!

    Nee, ernsthaft: natürlich wäre ich bereit, einen Obolus zu zahlen. Nur bitte keine Werbung im Blog!

  7. Guten Abend Herr Strohm,
    ich habe mir eine Kommentar zu letzten Blogeintrag verkniffen, da ich weiss wie viel Arbeit die Pflege einer Passion macht……….aber jetzt zum obigen Text.
    Ich habe nicht viel Geld, komme so über die Runden. Uhren und Kameras sind meist gebraucht, das Auto immer (ein Neues könnte ich mir nie leisten) und trotzdem gebe ich für nache Dinge gerne Geld.
    Ein guter Service, für mich unbezahlbar da darf die Bedienung oder der Handwerker sein Trinkgeld schon fast erwarten.
    Information, gute und Diese dann noch interessant und / oder kurzweilig verpackt, ist mir etwas wert. PDF im Netz kostenlos gelesen, da versteht sich der Gang zum Buchhändler von selbst.
    WIKIPEDIA, man mag davon halten was man möchte, ich benutze es so of wie mein Brockhaus-Lexikon (für die Jüngeren, Lexikon: Analoges WIKIPEDIA, jedoch jeder Artikel fundiert recherchiert), bittet um eine milde Gabe damit es weiter geht, warum nicht? Werde ich durch 10€ zum Bettler? Nein!
    Wir müssen ehrlich sein, die Menschheit unterteilt sich in zwei Gruppen, die Einen suchen immer ihren Vorteil und die anderen schätzen Wert.
    Ich lese diesen Blog gerne und lerne. Ich sammle Seiko Diver und hab im Grunde meines Herzens keine Ahnung von der großen Welt der Uhren doch hier werden meine Lücken unterhaltsam gefüllt.
    Herr Strohm, wenn es denn mal brennt und sie Unterstützung benötigen, melden Sie sich. Sollte ich ggf. kein Geld senden können da ich mir gerade meinen Traum vom Seiko MM oder einer Nikon D5 erfüllt habe, ein Paket mit Marmelade, Honig, Wurst, Käse……ist Ihnen gewiss, mein Wort drauf.
    In diesem Sinne hoffe ich das es diesen Blog noch lage gibt.
    MIt größter Hochachtung vor Ihrem Engagement, Michel Speth

  8. Roland Herbert sagt:

    Für die bisher gebotene gute und objektive Qualität wäre ich zukünftig gerne bereit, einen Beitrag zu leisten.

  9. Werner sagt:

    Ich bin eigentlich auch ein Internetschnorrer 😁. Vorallem wenn ich die Seite noch nicht kennen würde, würde ich mich niemals kostenpflichtig anmelden.
    Das Buch aber habe ich sofort nach Erscheinen gekauft.
    Mich würde Werbung in maßen (keine Filme die man sich ansehen muss) wieder in Ordnung finden, ist eh überall so und irgendwas muss man ja verdienen.

  10. THE LLIGHT sagt:

    Lieber Herr Strohm, ich freue mich immer, wenn Sie in meine Mailbox schlüpfen. Denn dann gibt es etwas amüsantes und interessantes zu lesen. Nichtsdestotrotz gebe ich mich als schnorrender Nichtsnutz zu erkennen. Vor allem im Netz war und ist meine Devise „Nichts ist so wichtig, dass es mich kümmern müsste“. Ein Abonnement würde ich nicht eingehen wollen, eine gelegentliche Spende für einzelne Artikel ist aber denkbar. Vorerst vertraue ich weiter auf Ihren Altruismus.

  11. Günther Schmitt sagt:

    Hallo Herr Strohm ,
    ich freue mich immer wieder Ihre Beiträge zu lesen und dies kostenlos .
    Uhrenzeitschriften hatte ich schon viele im Abo , bestückt mit Seitenweise
    Reklame und Abstand davon genommen . Ihr Blog ist da eine Ausnahme und ich
    würde auch einen kleinen Beitrag dazu leisten .
    Viele Grüße
    Günther Schmitt

  12. Lutz sagt:

    Ich zahle nie für Content im Netz. und ich steh dazu…

    Dafür haben Sie mich gerade auf ihre Bücher aufmerksam gemacht, von denen ichch gleich mal eines bestelle 😉

  13. Rüdiger Speck sagt:

    Hallo Herr Strohm,
    Es ist immer wieder schön ihre erfrischenden und vor allen Dingen unabhängigen Berichte und Kommentare zu lesen. In der heutigen Zeit wo wirklich jeder Geld verdienen will…….
    Weiter so und liebe Grüße aus Tübingen

  14. Content kostet.

    Vor allem Zeit.
    Zeit für:
    Bildmaterial auswählen
    Bildmaterial bearbeiten
    Texten
    Content hochladen
    Seitenpflege
    Kommentare usw…

    Das alles wird immer als selbstverständlich wahrgenommen.
    Wäre man nicht Uhren – Enthusiast | Sammler | Freak
    würde man das Alles nicht so ohne Weiteres hinnehmen…

  15. Gute Arbeit verdient auch gutes Geld. Qualitativ guter Content verdient es belohnt zu werden. Doof wird es immer dann, wenn man das unschöne Gefühl bekommt über den Tisch gezogen zu werden. Das ist bei Ihnen natürlich nie der Fall. In diesem Sinne danke für den 1+ Content und einen schönen Abend.

  16. Christian Zimmer sagt:

    Hallo Bernhard,

    vielleicht würde es bei einem bestimmten Betrag im Monat auch etwas mehr Content geben.
    Das wäre für beide Seiten erfreulich.

    Viele liebe Grüße
    Christian

  17. David Nießner sagt:

    Hallo
    Interessant, mal darüber nachzudenken, was so alles kostenlos konsumiert wird!
    Bin gerne bereit, einen kleinen Betrag zu leisten!

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