Teurer Avatar oder: warum Winnetou 1.870,-$ kosten kann.


Kaum zu glauben, aber dieser Typ, der genau so aussieht wie Pierre Brice, bin wirklich ich. Und damit darf ich dieses Foto als Avatar benutzen.

Kaum zu glauben, aber dieser Typ, der genau so aussieht wie Pierre Brice, bin wirklich ich. Und damit darf ich dieses Foto als Avatar benutzen.

In Herr Strohms Uhrsachen geht es heute um ein Thema, das im ersten Moment nichts mit Uhren zu tun hat: Ich möchte über Bildrechte im Internet reden. Warum? Weil’s richtig teuer für all die Uhrenfreunde werden kann, die die Rechte von Marken oder Personen durch unautorisierte Benutzung deren Fotos im Netz verletzen.

Weiß ich doch„, höre ich jetzt einige Leser sagen, „nie ein Herstellerfoto aus’m google klauen und anderswo reinstellen.“

Richtig, denn die Rechte liegen alleine beim „Rechteinhaber“ der Fotos, also z.B. der Manufaktur oder dem beauftragten Fotografen. Wenn Sie jetzt auch noch wissen, dass es mit Markennamen oder geschützten Produktbezeichnung ähnlich aussieht, sind wir schon ein Stück weiter. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Mein heutiges Thema, bei dem ich mir immer wieder mürrische Blicke der Angesprochenen zuziehe (ja, ein sensibler Blogger spürt so was!), sind die allseits benutzten und beliebten „Avatare“, also die kleinen Bildchen, die man sich in Foren und sozialen Netzwerken  als „Personenbildchen“ aussuchen darf. Da sieht Manfred Kasulke aus wie Brad Pitt und Mandy Schlösske wie sein Weib Angelina.

Mit diesem geschärften Blick durchstöbern Sie jetzt bitte mal die einschlägigen Uhren-Foren und schauen sich die Avatare genauer an. Also ich war bass erstaunt, dass Steve McQueen, Sean Connery, Paul Newman oder Winnetou (alias Pierre Brice) ebenfalls aktive Mitglieder dieser Fangemeinde sind. Potztausend, welche edler Kreis, in dem ich mich bewege…

Bleiben wir mal kurz bei den (Potz)Tausend – denn die Euro-Summe, die der Abmahnanwalt wegen der Nutzung der Fotos verlangen (und auch bekommen) wird, liegt noch weit darüber. Ich bringe es mal auf den Punkt, um einer Diskussion den Wind aus den Segeln zu nehmen:

Ob Sie wollen oder nicht, egal wie klein das Bild und wie unwissend der Verursacher: ES IST SO!

Ich möchte das Handeln der (geldgierigen und Massenabmahnungen versendenden, blutsaugenden) Anwälte nicht werten, mir ist es auch wurscht, ob Sie Ihr Bildchen ändern oder nicht – ich wollte es Ihnen nur gesagt haben.

Und sollten Sie selbst einen Blog oder ein Forum betreiben: Sie sind für die Inhalte verantwortlich. Und Sie werden zur Kasse gebeten, wenn Sean Connery als Foto in Ihrem Netz auftaucht – ausgenommen, er ist wirklich Mitglied. Quod esset demonstrandum. Dann Glückwunsch!

Sie werden verstehen, dass ich auf das Veröffentlichen von oben genannten Beispielbildern aus rechtlichen Gründen verzichte.

1 Comment

  1. bachmichels sagt:

    Kann ich so bestätigen. Ich habe mal eine Abmahung in Höhe von 1.100 € kassiert weil ein Kommentator in meinem Blog ein Avatar Bild nutze, dass er bei Getty geklaut hatte. Also schön vorsichtig sein…

    Gefällt mir

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